Drohnen-Journal: Hallo Alex, vielen Dank, dass du dir am heutigen Release-Tag die Zeit für ein ausführliches Gespräch mit dem Drohnen-Journal nimmst. DJI hat die neue Matrice 5T (M5T) vorgestellt. Lass uns direkt einsteigen: Wo genau positioniert sich diese neue Drohne auf dem Markt und welches Modell wird sie ersetzen?
Alexander Mohr: Hallo und danke für die Einladung! Die DJI Matrice 5T positioniert sich ganz klar als Nachfolger der Matrice 4TD. Wichtig für das Verständnis: Da die M5T eine wasserdichte beziehungsweise nach IP54 spritzwassergeschützte Drohne ist, löst sie die M4TD ab, welche nach einer gewissen Zeit „End of Life“ (EOL) gehen wird. Die reguläre Matrice 4T bleibt als preiswertere Alternative weiterhin auf dem Markt. Wir sprechen hier bei der M5T von einem Preisbereich zwischen 9.500 und 10.000 Euro, was einer Preissteigerung von etwa 40 % gegenüber der Matrice 4T entspricht. Es handelt sich also um ein absolutes Premium-Gerät für professionelle Anwender.
Drohnen-Journal: Wenn wir uns das Design ansehen, fällt sofort auf, dass sie deutlich größer geworden ist. Wie wirkt sich das auf den Transport aus?
Alexander Mohr: Das ist ein sehr spannender Punkt. Die Drohne selbst ist zwar massiver und wird schätzungsweise an die zwei Kilogramm wiegen, aber sie ist klappbar. Das ist ein riesiger Vorteil! Dadurch passt sie in einen Hartschalenkoffer, der nur etwa halb so groß ist wie der Koffer der M4TD. Im Koffer ist der Platz extrem gut durchdacht: Er fasst die Drohne, die Fernsteuerung obenauf und verfügt über eine integrierte Ladeschale für die Akkus. Insgesamt bekommt man fünf Akkus im Koffer unter – drei in der Ladeschale, einen weiteren daneben und einen fest in der Drohne.

Drohnen-Journal: Die Einsatzsicherheit spielt bei Behörden und in der Industrie eine große Rolle. Welche physischen Verbesserungen bringt die M5T hier mit?
Alexander Mohr: Da hat DJI an vielen Stellschrauben gedreht. Zum einen haben wir eine neue Propellerform, die nach unten geklickt wird – das lästige Schrauben entfällt. Zum anderen gibt es bei den Akkus nun eine Doppelverriegelung. Man muss den Akku einschieben und dann wirklich zweimal drücken, damit er sicher verriegelt. Das verhindert, dass der Akku herausfällt, und garantiert die Wasserdichtigkeit. Und was die Lautstärke angeht: Durch die neuen Propeller ist die M5T in meinen Tests trotz ihrer Größe spürbar leiser als die Vorgängermodelle, was beispielsweise beim Jagd- und Security-Einsatz enorm wichtig ist.
Drohnen-Journal: Das Herzstück einer jeden Inspektionsdrohne ist das Kamerasystem. Was bietet die M5T hier an Neuerungen, insbesondere im Bereich Wärmebild?
Alexander Mohr: Hier erleben wir eine echte Revolution. Die verbesserte Wärmebildkamera bietet nun eine HD-Auflösung von 1280 x 1024 Pixeln. Das ist doppelt so hoch wie die ohnehin schon guten 640p der Vorgängermodelle. Selbst wenn man digital heranzoomt, bleibt das Wärmebild gestochen scharf, was wir bei Tests mit Rotwild und Schwarzwild bereits eindrucksvoll sehen konnten. Zusätzlich haben wir zwei Telekameras verbaut, die einen unglaublichen 176-fachen Zoom ermöglichen. Man kann Windräder oder Hochsitze aus mehreren Kilometern Entfernung gestochen scharf heranholen. Fotos werden mit 8K-Auflösung geschossen, Videos in 4K aufgenommen. Abgerundet wird das Ganze durch eine elektronische Entnebelung und eine verbesserte Nachtsichtfunktion mit Nah-Infrarot-Filter.
Drohnen-Journal: Neben der Kamera gibt es auch einen neuen Aufbau auf der Drohne. Was hat es mit dem LiDAR-Sensor auf sich?
Alexander Mohr: Richtig, oben auf der Drohne sitzt nun ein LiDAR-Scanner, der praktischerweise durch eine robuste Plastikabdeckung geschützt ist, damit das Glas nicht verkratzt. Dieser Sensor ergänzt die normale visuelle Hinderniserkennung und ist besonders bei Nacht ein Lebensretter für die Drohne. Der LiDAR-Sensor erkennt beispielsweise feine Stromleitungen – einen absoluten Drohnen-Killer – und warnt den Piloten per Augmented Reality im Livebild davor.
Drohnen-Journal: Auch das Zubehör wie Scheinwerfer und Lautsprecher wurde überarbeitet. Warum wurden diese nun an der Unterseite montiert?
Alexander Mohr: Das ist anfangs etwas gewöhnungsbedürftig, ergibt aber total viel Sinn. Der neue Scheinwerfer heißt AL2 und der Lautsprecher AS2. Sie sind an der Unterseite montiert und lassen sich nach außen ausklappen, sodass die Drohne beim Starten und Landen problemlos auf den gummierten Unterseiten abgestellt werden kann. Warum DJI das gemacht hat? Die rechtlichen Anforderungen fordern immer häufiger Fallschirme oder FTS-Systeme, um in andere Risikoklassen für Flüge außerhalb der Sichtweite (BVLOS) zu kommen. Durch die Montage des Zubehörs an der Unterseite bleibt oben Platz für solche Rettungssysteme. Ein weiterer Vorteil: Der Lautsprecher strahlt den Schall nun direkt gebündelt nach unten ab, statt nach vorne, was ihn in der Praxis noch lauter und effektiver macht.

Drohnen-Journal: Lass uns über die Steuerung sprechen. Was bietet die neue Fernsteuerung im Vergleich zur bisherigen RC Plus 2?
Alexander Mohr: Sie ist schmaler und kompakter, wodurch sie deutlich besser in der Hand liegt – gerade die unteren Schultertasten sind viel besser erreichbar. Ein geniales Feature ist die neue klappbare Abdeckung, die gleichzeitig als Displayschutz fungiert und die integrierten Antennen beherbergt. Klappt man sie auf, schaltet sich die Steuerung sofort automatisch ein. Wir haben zwar keinen wechselbaren Akku mehr, aber die Laufzeit liegt trotzdem bei beeindruckenden 6 bis 8 Stunden. Ein riesiges Upgrade ist zudem die Konnektivität: Der 4G-Cellular-Dongle ist nun fest in der Fernsteuerung und der Drohne integriert. Man muss keine externen Dongles mehr anbringen, sondern steckt die SIM-Karten direkt oben in die dafür vorgesehenen Slots ein. Für die Datenübertragung stehen zudem ein HDMI-Port und zwei USB-C-Anschlüsse zur Verfügung.
Drohnen-Journal: Zum Abschluss: Für wen lohnt sich die M5T am meisten und wie unterstützt ihr bei Copter Pro die Kunden beim Umstieg?
Alexander Mohr: Die M5T ist die kleine Schwester der großen DJI Matrice 400. Sie lohnt sich für alle, die eine allwettertaugliche High-End-Drohne für PV- und Leitungsinspektionen, für die Vermessung dank des fest verbauten RTK-Moduls und des Laser Range Finders, oder für BOS-Einsätze und Rehkitzrettung suchen. Wer Live-Vermessungen von Dächern oder Feldern zentimetergenau durchführen möchte, findet hier das perfekte Werkzeug. Wir bei Copter Pro bieten dazu natürlich das Komplettpaket an: Von der Kaufberatung über die passenden Online-Schulungen und den Erwerb der nötigen Drohnenführerscheine bis hin zur Unterstützung bei den rechtlichen Anforderungen und dem Support nach dem Kauf.
Drohnen-Journal: Alex, vielen Dank für diese detaillierten und spannenden Einblicke in die neue DJI Matrice 5T!

