Im Test: Die DJI Matrice 5 (M5T) – kompakter Allrounder mit neuen Standards

DJI erweitert seine professionelle Flotte und präsentiert mit der neuen DJI Matrice 5 (M5T) eine kompakte, wassergeschützte Allrounder-Drohne. Laut Testbericht von Copter Pro positioniert sich die M5T als direkter Nachfolger der Matrice 30T (oder auch Matrice 4TD), während die Matrice 30 weiterhin als kostengünstigere Variante auf dem Markt bleiben wird. Die M5T überzeugt im Test durch zahlreiche technische Upgrades, eine optimierte Bauform und ein signifikant verbessertes Kamerasystem. Hier sind die Erkenntnisse aus dem intensiven Test.

Design und Transport: Kompakt und praxisnah

Das Design der M5T zeigt, dass DJI auf das Feedback der Nutzer eingegangen ist.

  • Der Koffer: Die Drohne wird in einem Hartschalenkoffer geliefert, der durch das faltbare Design der Drohne etwa halb so groß ist wie der Koffer des Vorgängermodells.

  • Die Ladestation: Eine große Erleichterung im Workflow ist die direkt in den Koffer integrierte Ladeschale. Diese ermöglicht es, die Akkus stehend und direkt im Koffer zu laden, was besonders im Außeneinsatz sehr praktisch ist.

  • Akku-Kapazität: Insgesamt finden fünf Akkus Platz im Koffer (drei in der Ladeschale, einer in der Drohne und ein weiterer im Koffer). Für längere Einsätze könnte ein separater Akkukoffer notwendig werden.

  • Witterungsbeständigkeit: Trotz ihrer Klappmechanik ist die Drohne spritzwassergeschützt, weshalb sie sich für wetterunabhängige Einsätze qualifiziert.

Die neue Fernsteuerung: Mehr Schutz, bessere Ergonomie

Die Steuereinheit wurde im Vergleich zur RC Plus 2 (Vorgänger-Fernsteuerung) grundlegend überarbeitet und verbessert.

  • Ergonomie: Die neue Fernsteuerung ist schmaler und handlicher. Tasten auf der Rückseite (C1, C2) sind nun deutlich leichter zu erreichen.

  • Schutz: Eine neue, hochklappbare Abdeckung schützt das Display zuverlässig vor Kratzern. Zudem sind die Steuerknüppel nun so designt, dass sie besser geschützt sind und nicht mehr abbrechen können (obwohl sie weiterhin abschraubbar bleiben).

  • Integrierte Antennen: Die Antennen sind nun fest verbaut, was das Risiko von Abbrüchen minimiert und eine starke 360-Grad-Sendeleistung gewährleistet.

  • 4G-Integration: Ein großer Pluspunkt ist das integrierte Mobilfunkmodul (Cellular Dongle). Anwender müssen nun keinen externen Dongle mehr aufschrauben, sondern können die SIM-Karte (für 4G-Konnektivität) direkt in den Slot an der Fernsteuerung stecken.

  • Akkulaufzeit: Obwohl der Akku der Fernsteuerung scheinbar nicht mehr wechselbar ist, bietet er eine sehr lange Laufzeit, die fast an die des Vorgängers mit Zusatzakku heranreicht.

Die Drohne im Flug: Leise, sicher und hell

Trotz eines Gewichts von schätzungsweise über zwei Kilogramm ist die Drohne im Flug erstaunlich leise – nicht lauter als die kleineren Vorgängermodelle.

  • LiDAR-Sensorik: Das auffälligste Merkmal auf der Oberseite ist der neue LiDAR-Sensor. Er ermöglicht nicht nur eine exzellente Hinderniserkennung bei Dunkelheit, sondern kann auch Stromleitungen erkennen und warnt Piloten via Augmented Reality im Display.

  • RTK-Modul: Wie von der Serie gewohnt, ist ein RTK-Modul für zentimetergenaue Vermessungen verbaut.

  • Anbauteile: Scheinwerfer und Lautsprecher sind nun unterhalb der Drohne montiert. Der Scheinwerfer ist deutlich heller geworden und die nach unten gerichteten Lautsprecher isolieren den Schall besser in Richtung Boden. Bei der Landung klappen die Scheinwerfer automatisch nach oben, um Schäden zu vermeiden.

Das Kamerasystem: Doppelte Auflösung

Die wohl größte Stärke der DJI Matrice 5 ist ihr neues Kamerasystem.

  • Wärmebild: Die Auflösung der Wärmebildkamera wurde im Vergleich zum Vorgänger (640 x 512 Pixel) verdoppelt und bietet nun scharfe 1280 Pixel (HD-Qualität).

  • Optischer Zoom: Die Telekamera ermöglicht einen beachtlichen 176-fachen Zoom, der in Kombination mit einem Laserentfernungsmesser präzise Inspektionen aus großer Distanz zulässt.

  • Nachtsicht: Eine optimierte Nachtsichtfunktion mit Near-Cut-Filter (Nah-Infrarot) liefert besonders im Zusammenspiel mit dem hellen Scheinwerfer sehr detailreiche Bilder im Dunkeln.

Fazit: Für wen lohnt sich die M5T?

Die DJI Matrice 5 ist ein extrem leistungsfähiger Allrounder. Die verdoppelte Wärmebildauflösung, der integrierte LiDAR-Sensor, der neue 4G-Slot und das kompaktere Design rechtfertigen den Preis (aktuell ca. 10.000 Euro, was etwa 40 % über dem Vorgänger liegt) für professionelle Anwender.

Die Drohne eignet sich ideal für:

  • BOS (Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben)

  • Jagd- und Wildmonitoring (z.B. Kitzrettung)

  • Industrielle Inspektionen (PV-Anlagen, Stromleitungen, Wärmebrücken)

Mit der Matrice 5 schließt DJI die Lücke zwischen kompakten Drohnen und den Fähigkeiten industrieller Großdrohnen wie der M350 RTK (die im Video als DJI 400 bezeichnet wird).

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