NEU! DJI Matrice 5T: Wo sie sich im DJI-Portfolio einordnet

Nach dem ersten Praxistest der DJI Matrice 5T hat CopterPro weitere Flugstunden mit der neuen Enterprise-Drohne gesammelt. Dabei ging es weniger um die bereits vorgestellten technischen Neuerungen, sondern vor allem um die Details im täglichen Einsatz.

Wie praktisch ist der neue Transportkoffer? Was kann die überarbeitete Fernsteuerung? Welche Vorteile bietet die integrierte 4G-Verbindung? Und gibt es auch Punkte, bei denen DJI noch nachbessern könnte?

Im ausführlichen Detailtest zeigt sich: Die DJI Matrice 5T bringt zahlreiche Verbesserungen mit sich. Besonders bei Transport, Bedienung und Ausstattung wurde nachgelegt. Allerdings gibt es auch einige Kompromisse.

Einordnung: Nachfolger der Matrice 4TD, nicht der Matrice 4T

Eine wichtige Klarstellung vorweg: Nach Einschätzung von CopterPro ist die DJI Matrice 5T der Nachfolger der wassergeschützten Matrice 4TD und nicht der Matrice 4T.

Die Matrice 4T besitzt keinen vergleichbaren Wasserschutz und bleibt deshalb weiterhin als preisgünstigere Alternative im DJI-Enterprise-Portfolio.

Die Matrice 4TD soll dagegen mittelfristig auslaufen. Wer bisher mit diesem Modell gearbeitet hat, findet in der Matrice 5T eine konsequente Weiterentwicklung.

Auch die Namensgebung sorgt allerdings für Diskussionsbedarf. Neben der Matrice 4T, der Matrice 4TD und der neuen Matrice 5TD mit Dock-Anbindung kann die Modellbezeichnung für Kunden zunächst verwirrend sein.

Beim Preis rechnet CopterPro mit einem Aufschlag von rund 40 Prozent gegenüber der Matrice 4T.

Neuer Transportkoffer: Kompakter, aber mit weniger Platz für Akkus

Eine der auffälligsten Veränderungen zeigt sich bereits beim Transport.

Der neue Koffer der Matrice 5T ist ungefähr halb so groß wie der Koffer der Matrice 4TD. Möglich macht das vor allem die klappbare Bauweise der Drohne. Hinsichtlich seiner Abmessungen erinnert der Koffer eher an den der M30T.

Auch die Innenaufteilung wurde durchdacht gestaltet:

  • Die Fernsteuerung liegt oben auf der zusammengeklappten Drohne.
  • Ladegerät und Zubehör verfügen über eigene Fächer.
  • Die Akkus werden in einer integrierten Ladeschale aufrecht geladen.
  • Die Drohne sitzt zusammengeklappt fest im Koffer und wackelt nicht.

Ein weiterer Vorteil ist der neue Gimbalschutz. Dieser wird einfach aufgesteckt und eingeklickt. Gleichzeitig schützt er den LiDAR-Sensor auf der Oberseite der Drohne.

Allerdings gibt es auch einen Nachteil: Im neuen Koffer finden maximal fünf Akkus Platz. Drei davon befinden sich in der Ladeschale, einer im zusätzlichen Fach und einer direkt in der Drohne.

Bei der Matrice 4TD waren es noch sieben Akkus. Wer längere Einsätze plant oder zusätzliche Akkus benötigt, sollte deshalb einen separaten Akkukoffer einplanen – idealerweise mit entsprechendem Brandschutz.

Neue Fernsteuerung: Einer der größten Fortschritte

Besonders positiv fällt im Praxistest die neue Fernsteuerung auf. Sie wurde gegenüber der bisherigen DJI RC Plus 2 in mehreren Punkten überarbeitet.

Das Gehäuse ist schmaler und handlicher gestaltet. Gerade für Anwender mit kleineren Händen sind die besser erreichbaren Bedientasten ein Vorteil.

Weitere Neuerungen im Überblick:

Klappbarer Displayschutz: Ein integrierter Klappdeckel mit zusätzlichem Schutzglas schützt das Display beim Transport.

Fest integrierte Antennen: Die Antennen sind nicht mehr ausklappbar. Ihre Ausrichtung lässt sich einstellen und ermöglicht eine 360-Grad-Abdeckung.

Geschützte Steuerknüppel: Die Steuerknüppel sind besser geschützt, verschraubbar und als Ersatzteile erhältlich.

Integrierter Akku: Die neue Fernsteuerung besitzt einen fest verbauten Akku. Ein Wechselakku ist nicht mehr vorgesehen. Die Laufzeit lag im Test nahe an der RC Plus 2 mit Zusatzakku.

Neue Anschlüsse: Zur Verfügung stehen zwei USB-C-Anschlüsse, HDMI, SD und SIM. Auf einen USB-A-Anschluss wurde verzichtet.

Die Fernsteuerung schaltet sich beim Aufklappen automatisch ein. Die Drohne selbst startet dagegen nicht automatisch. Das bewertet CopterPro positiv, da dadurch beispielsweise verhindert wird, dass sich die Kamera bei montiertem Gimbalschutz unbeabsichtigt verhakt.

Praktisch ist außerdem der integrierte Aufsteller, mit dem sich die Fernsteuerung abstellen lässt.

Insgesamt stellt die neue Fernsteuerung aus Sicht von CopterPro eine der größten Verbesserungen der neuen Generation dar.

Integriertes 4G: Kein externer Dongle mehr notwendig

Eine weitere praktische Neuerung ist die integrierte Mobilfunkanbindung.

Bisher benötigten DJI-Enterprise-Drohnen für die zusätzliche Verbindung über das Mobilfunknetz einen externen Cellular-Dongle. Bei der Matrice 5T sind die SIM-Kartensteckplätze direkt in die Hardware integriert.

Dabei stehen folgende Möglichkeiten zur Verfügung:

  • Fernsteuerung: Ein integrierter SIM-Kartensteckplatz.
  • Drohne: Zwei integrierte SIM-Kartensteckplätze.

Dadurch lassen sich SIM-Karten verschiedener Netzbetreiber kombinieren.

Gerade in Regionen mit lückenhafter Netzabdeckung kann das die Verbindungsstabilität verbessern. Zusätzlich zur klassischen Funkverbindung über 2,4 und 5,8 GHz bietet die Mobilfunkanbindung eine weitere Möglichkeit zur Datenübertragung.

Auch der Verzicht auf externe Dongles ist im täglichen Einsatz ein Vorteil, da weniger zusätzliche Komponenten benötigt werden und damit auch weniger potenzielle Fehlerquellen entstehen.

Bauform, Propeller und Akkusystem

Trotz ihrer umfangreicheren Ausstattung bleibt die Matrice 5T klappbar und damit für den mobilen Einsatz ausgelegt.

Im Vergleich zur Matrice 4T ist sie allerdings deutlich größer. Auch das Gewicht fällt höher aus.

Besonders interessant sind die neuen Propeller. Diese lassen sich über einen Schnellverschluss montieren und benötigen keine Schrauben. Die Kennzeichnung erfolgt über unterschiedliche Markierungen für A- und B-Propeller.

Auch bei der Akkubefestigung wurde nachgebessert. Eine Doppelverriegelung und eine zusätzliche Anzeige sollen verhindern, dass ein Akku nur teilweise eingerastet ist.

Damit möchte DJI ein Problem vermeiden, das bei bisherigen Modellen auftreten konnte: Akkus, die nicht vollständig eingesetzt wurden und trotzdem zunächst korrekt befestigt erschienen.

Überraschend positiv fiel im Test die Geräuschentwicklung auf. Trotz der größeren Bauform war die Matrice 5T nicht lauter als die Matrice 4T oder 4TD. CopterPro führt dies unter anderem auf die neue Propellerform zurück.

Weitere praktische Details sind die überarbeiteten Abdeckungen der Anschlüsse sowie zusätzliche Beleuchtungselemente. An der Seite befindet sich außerdem ein Anschluss für externe Stromversorgung und Zubehör.

Scheinwerfer und Lautsprecher: Nicht alles ist besser geworden

Bei der Positionierung von Scheinwerfer und Lautsprecher hat DJI eine Veränderung vorgenommen.

Beide Komponenten befinden sich bei der Matrice 5T an der Unterseite der Drohne. Das hat einen Vorteil: Die Oberseite bleibt frei und bietet dadurch Platz für mögliche Erweiterungen, beispielsweise ein Fallschirmsystem mit Flugterminierungssystem (FTS).

Allerdings bringt die neue Positionierung auch Nachteile mit sich.

Der Scheinwerfer muss vor dem Start zunächst ausgeklappt werden. Erst nach dem Einschalten erfolgt die Kalibrierung. Bei der Landung stellt er sich automatisch nach oben.

Das Handling ist deshalb etwas gewöhnungsbedürftig. CopterPro hätte sich eine Positionierung auf der Oberseite gewünscht.

Positiv fällt dagegen die deutlich höhere Lichtleistung im Vergleich zum Vorgänger auf.

Der Scheinwerfer kann sich automatisch mit der Kamera bewegen und bietet verschiedene Beleuchtungsmodi:

  • Spotlight
  • Flutlicht
  • Blinken

Auch der Lautsprecher wurde verändert. Er strahlt den Ton jetzt nach unten statt nach vorne ab. Für typische Einsatzsituationen aus der Luft ist das eine sinnvolle Anpassung. Im Praxistest wirkte die Wiedergabe zudem lauter.

Vorbereitung für Fallschirm und Flugterminierungssystem

Ein interessantes Detail ist die freie Oberseite der Matrice 5T.

Da Scheinwerfer und Lautsprecher an der Unterseite montiert sind, bleibt oben Platz für zusätzliche Komponenten. Über einen seitlichen Anschluss lässt sich externes Zubehör mit Strom versorgen.

CopterPro sieht darin unter anderem eine Vorbereitung für mögliche Fallschirmsysteme und Flugterminierungssysteme (FTS).

Solche Systeme können insbesondere bei Genehmigungen für Flüge in der speziellen Kategorie und bei Einsätzen außerhalb der direkten Sichtweite (BVLOS) relevant sein.

Zum Testzeitpunkt lag allerdings noch keine offizielle Freigabe für eine konkrete Fallschirmlösung vor.

Software und KI: Neue Möglichkeiten für professionelle Anwendungen

Auch im Bereich Software und künstliche Intelligenz bietet die Matrice 5T interessante Möglichkeiten.

Die Live-Vermessung funktioniert ähnlich wie bei der Matrice-4-Serie. Mithilfe des Laserentfernungsmessers lassen sich Flächen, Linien und beispielsweise Dächer vermessen und direkt auf der Karte darstellen.

Bei den KI-Funktionen waren im getesteten Beta-Softwarestand zunächst verschiedene Erkennungsmodelle verfügbar, darunter eine Schaf- und Personenerkennung.

Auch Hinweise auf eine Infrarot-Personenerkennung für Nachtsicht und Wärmebild waren bereits vorhanden.

Eigene KI-Modelle bleiben laut CopterPro kompatibel, da die Matrice 5T weiterhin mit DJI FlightHub und den entsprechenden Entwicklerwerkzeugen arbeitet.

DJI Matrice 5T: Die wichtigsten Stärken und Schwächen

Nach zahlreichen Flugstunden ergibt sich für CopterPro ein insgesamt positives Bild. Dennoch gibt es einige Punkte, die Interessenten vor einer Kaufentscheidung berücksichtigen sollten.

Die größten Stärken:

  • Deutlich kompakterer Transportkoffer
  • Klappbare Bauweise für den mobilen Einsatz
  • Neue, handlichere Fernsteuerung
  • Integrierte SIM-Kartensteckplätze für 4G
  • Fest integrierte, einstellbare Antennen
  • Geschützte und austauschbare Steuerknüppel
  • Verbesserte Akkuverriegelung
  • Werkzeuglose Propellermontage
  • Leistungsstärkerer Scheinwerfer
  • Nach unten gerichteter Lautsprecher
  • Vorbereitung für mögliche Fallschirmerweiterungen

Die wichtigsten Kritikpunkte:

  • Scheinwerfer an der Unterseite: Das Handling beim Start und bei der Landung ist gewöhnungsbedürftig.
  • Geringere Akkukapazität im Koffer: Maximal fünf Akkus statt sieben bei der Matrice 4TD.
  • Fernsteuerung ohne Wechselakku.
  • Kein USB-A-Anschluss an der neuen Fernsteuerung.
  • Höherer Preis gegenüber der Matrice 4T.
  • Die Modellbezeichnungen können für Kunden verwirrend sein.

Für wen lohnt sich der Wechsel auf die DJI Matrice 5T?

Die Matrice 5T richtet sich vor allem an professionelle Anwender, die eine kompakte, wassergeschützte Wärmebilddrohne mit umfangreicher Ausstattung benötigen.

Matrice 4TD: Für bisherige Anwender der Matrice 4TD ist die Matrice 5T nach Einschätzung von CopterPro eine klare Weiterentwicklung. Besonders die neue Ausstattung, die verbesserte Sensorik und der kompaktere Transportkoffer sprechen für einen Wechsel.

Matrice 4T: Wer keinen zusätzlichen Wasserschutz und keine höhere Wärmebildauflösung benötigt, kann weiterhin mit der Matrice 4T arbeiten. Sie bleibt vor allem beim Preis-Leistungs-Verhältnis interessant.

M30T: Auch gegenüber der M30T bietet die Matrice 5T eine modernere Ausstattung bei Wärmebild, Zoom und Sensorik.

M400 mit H30T: Die Matrice 5T ist kein direkter Ersatz für dieses System, sondern eher eine kompakte Ergänzung für Anwender, die eine handlichere Wärmebilddrohne benötigen.

Welche Drohne am besten geeignet ist, hängt letztlich vom jeweiligen Einsatzprofil, den benötigten Funktionen und dem verfügbaren Budget ab.

Fazit: Viele Verbesserungen, aber auch kleine Kompromisse

Nach zahlreichen Flugstunden zieht CopterPro ein positives Fazit zur DJI Matrice 5T.

Die neue Enterprise-Drohne wurde in vielen Bereichen verbessert. Besonders die überarbeitete Fernsteuerung, die integrierte 4G-Verbindung, das kompakte Transportkonzept und die praktischen Details bei Propellern und Akkubefestigung machen sie zu einer interessanten Weiterentwicklung.

Kritik gibt es vor allem bei der Positionierung des Scheinwerfers, der geringeren Akkukapazität des Transportkoffers und dem höheren Anschaffungspreis.

Wer eine kompakte, wassergeschützte Wärmebilddrohne mit umfangreicher Ausstattung sucht, bekommt mit der Matrice 5T eine interessante Lösung. Wer auf den zusätzlichen Wasserschutz verzichten kann, findet mit der Matrice 4T weiterhin eine preislich attraktive Alternative.

CopterPro wird die neue DJI Matrice 5T auch künftig in unterschiedlichen Einsatzbereichen testen und weitere Praxiserfahrungen sammeln.

Über CopterPro

CopterPro ist auf professionelle Drohnenlösungen für Jagd, Rehkitzrettung, Inspektion und Behördeneinsätze spezialisiert.

Neben DJI- und Yuneec-Drohnen mit Wärmebildkameras bietet das Unternehmen Schulungen, Unterstützung bei rechtlichen Anforderungen sowie Service und Support nach dem Kauf.

Weitere Informationen zur DJI Matrice 5T und zu den passenden Einsatzmöglichkeiten gibt es bei CopterPro. Mehr erfahren 

Test und Praxiseindrücke: CopterPro


Häufige Fragen zur DJI Matrice 5T

Wie viele Akkus passen in den Transportkoffer der Matrice 5T?

Im neuen Transportkoffer finden maximal fünf Akkus Platz. Drei davon befinden sich in der integrierten Ladeschale, einer im Zusatzfach und einer direkt in der Drohne.

Hat die DJI Matrice 5T eine integrierte 4G-Verbindung?

Ja. Sowohl die Fernsteuerung als auch die Drohne verfügen über integrierte SIM-Kartensteckplätze. In der Drohne sind sogar zwei SIM-Slots vorhanden. Ein externer Dongle ist damit nicht mehr notwendig.

Was ist neu an der Fernsteuerung der Matrice 5T?

Die neue Fernsteuerung ist schmaler und handlicher. Sie besitzt fest integrierte Antennen, einen klappbaren Displayschutz, geschützte Steuerknüppel und integrierte SIM- und SD-Kartensteckplätze.

Kann man an der DJI Matrice 5T einen Fallschirm montieren?

Die Oberseite der Drohne bleibt frei und ein Anschluss für externe Stromversorgung und Zubehör ist vorhanden. Dadurch gibt es Möglichkeiten für entsprechende Erweiterungen. Eine offizielle Freigabe für ein Fallschirmsystem lag zum Testzeitpunkt allerdings noch nicht vor.

Ist die DJI Matrice 5T lauter als die Matrice 4T?

Nein. Trotz der größeren Bauform war die Matrice 5T im Praxistest nicht lauter als die Matrice 4T oder 4TD.

Was sind die größten Nachteile der DJI Matrice 5T?

Zu den Kritikpunkten im Praxistest zählen vor allem die Positionierung des Scheinwerfers an der Unterseite, die geringere Akkukapazität des Transportkoffers und der fest verbaute Akku der Fernsteuerung.

Lohnt sich der Wechsel von der Matrice 4TD auf die Matrice 5T?

Nach Einschätzung von CopterPro lohnt sich der Wechsel insbesondere aufgrund der umfangreicheren Ausstattung, der verbesserten Sensorik, der neuen Fernsteuerung und des kompakteren Transportkoffers.

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