Drohnen für Film und Content: Hamid Mossadegh über starke Bilder, Medien und den Einstieg ins Drohnenfliegen

Hamid Mossadegh ist seit Jahren in der Medien- und Automobilwelt unterwegs und kennt die Wirkung professioneller Bilder. Im Gespräch berichtet er, warum ihn Drohnenaufnahmen faszinieren, welche Rolle DJI-Technik in seiner Content-Produktion spielt und wie sich sein Blick auf Drohnen nach dem ersten eigenen Flug verändert hat. Vom kleinen Kameracopter bis zur Lastendrohne DJI FlyCart reicht dabei die Spannweite eines ungewöhnlichen Praxistages.

Wer hochwertige Fahrzeuge inszeniert, braucht Bilder, die Aufmerksamkeit erzeugen.

Für Hamid Mossadegh gehört professionelle Medienproduktion deshalb seit Jahren zum Alltag. Bekannt geworden ist er insbesondere durch die Automobilbranche und seine Auftritte rund um exklusive Fahrzeuge.

Dabei beschränkt sich moderne Content-Produktion längst nicht mehr auf klassische Kameras.

Gimbals, Actioncams, kompakte Kamerasysteme und zunehmend auch Drohnen eröffnen Perspektiven, die früher nur mit erheblichem Aufwand möglich waren.

Für Mossadegh war der Besuch bei CopterPro gleichzeitig der Einstieg ins aktive Drohnenfliegen.

„Ich finde diese Bilder immer spektakulär“

Drohnenjournal: Hamid, du arbeitest seit vielen Jahren mit Bildern und Bewegtbild. Was reizt dich an Drohnen?

Hamid Mossadegh: Ich finde Drohnenbilder einfach spektakulär. Ich habe selbst vorher noch nie eine Drohne geflogen, aber natürlich immer wieder gesehen, welche Aufnahmen damit möglich sind. Gerade wenn man sich anschaut, welche Entwicklung die Technik genommen hat und welche Perspektiven heute möglich sind, ist das faszinierend. Ich verfolge das schon länger und habe irgendwann gemerkt: Damit kann man deutlich mehr machen, als ich ursprünglich gedacht habe.

Vom Automotive-Content in die Luft

Mossadegh ist vor allem aus der Welt hochwertiger und exklusiver Fahrzeuge bekannt.

Für professionelle Automotive-Produktionen spielen bewegte Kamerabilder schon lange eine entscheidende Rolle.

Zum eingesetzten Equipment gehören deshalb nicht nur klassische Kameras, sondern auch DJI Ronin Gimbals, Osmo Action, Osmo Pocket und weitere kompakte Produktionssysteme.

Die Drohne ergänzt dieses Setup um eine weitere Perspektive.

Drohnenjournal: Was verändert eine Drohne aus deiner Sicht bei einer Produktion?

Hamid Mossadegh: Für mich ist zunächst einmal diese Perspektive besonders. Wenn eine Drohne hochgeht und plötzlich ein Gebäude, ein Fahrzeug oder eine Landschaft aus einer ganz anderen Perspektive gezeigt wird, verändert sich das Bild komplett. Genau diese Bilder fand ich schon vorher beeindruckend. Jetzt selbst zu sehen, wie einfach eine moderne Drohne grundsätzlich gesteuert werden kann, macht das Ganze natürlich noch spannender.

Content lebt von Perspektive

Luftaufnahmen sind im professionellen Film längst kein reiner Effekt mehr.

Gerade bei Fahrzeugproduktionen lassen sich Bewegungen, Landschaften, Straßen und Locations aus der Luft in einen Zusammenhang setzen, den eine Kamera vom Boden kaum erzeugen kann.

Dadurch kann eine Drohne nicht nur ein zusätzliches Bild liefern, sondern eine Geschichte visuell erweitern.

Für Mossadegh ist dieser Aspekt besonders interessant, weil er seit vielen Jahren selbst Teil professioneller Medienproduktionen ist.

„In dem Moment, in dem ich nicht mehr authentisch sein darf, bin ich raus“

Im Gespräch geht es deshalb nicht nur um Drohnentechnik, sondern auch um Mossadeghs eigene Medienkarriere.

Hamid Mossadegh: Für mich war von Anfang an wichtig: In dem Augenblick, in dem ich nicht mehr authentisch sein darf, bin ich raus. Als sich damals die Chance in den Medien ergeben hat, war für mich gleichzeitig klar: Das ist eine Möglichkeit, die man nutzen muss. Man muss aber trotzdem bei sich selbst bleiben. Das ist wahrscheinlich einer der Gründe, warum ich über eine so lange Zeit in diesem Bereich unterwegs sein konnte.

Was Drohnendienstleister von Medienprofis lernen können

Gerade für professionelle Drohnenpiloten ist diese Aussage interessant.

Technische Qualität allein entscheidet heute nur selten darüber, ob Inhalte wahrgenommen werden.

Ein perfekt geflogener Shot kann technisch beeindruckend sein – wenn er aber keine Geschichte erzählt oder austauschbar wirkt, bleibt seine Wirkung begrenzt.

Authentizität, Wiedererkennbarkeit und eine eigene Bildsprache werden deshalb auch für Drohnendienstleister zunehmend wichtiger.

Wer mit Drohnen Film- und Fotoaufträge übernimmt, verkauft nicht ausschließlich Flugzeit.

Er verkauft Bilder.

Der erste eigene Drohnenflug

Für Mossadegh begann die praktische Ausbildung zunächst mit einer kleinen DJI Mini.

Drohnenjournal: Du bist vorher tatsächlich noch nie selbst Drohne geflogen?

Hamid Mossadegh: Nein, tatsächlich noch nie. Ich hatte früher einmal einen kleinen ferngesteuerten Hubschrauber für meine Tochter gekauft – und den habe ich ziemlich schnell kaputt gemacht. Deshalb war ich gespannt, wie sich eine richtige Drohne fliegt.

Kleine Drohne, große Möglichkeiten

Der erste praktische Unterschied fällt sofort auf.

Eine moderne DJI Mini wiegt nur einen Bruchteil professioneller Enterprise- oder Lastendrohnen. Gleichzeitig liefert sie stabilisierte Kamerabilder und kann auch bei spürbarem Wind ihre Position halten.

Gerade für Content Creator ist diese Klasse interessant.

Kleine Kameradrohnen lassen sich vergleichsweise einfach transportieren und können dort eingesetzt werden, wo größere Systeme unnötig wären.

Mossadegh lernt zunächst die grundlegenden Steuerbewegungen, Start und Landung sowie die Orientierung des Copters.

Nach wenigen Minuten folgt der erste selbst geflogene Rundkurs.

Hamid Mossadegh: Wenn man es dann selbst steuert, merkt man erst, wie die Drohne reagiert. Das ist natürlich etwas komplett anderes als nur die Bilder hinterher zu sehen.

Vom DJI Mini-Copter zur Lastendrohne

Doch bei der kleinen Kameradrohne bleibt es an diesem Tag nicht.

Nach dem Einstieg mit der Mini folgt der Gegenentwurf: die DJI FlyCart.

Das professionelle Transportsystem spielt in einer völlig anderen Gewichtsklasse.

Hamid Mossadegh: Als ich das Ding das erste Mal angehoben habe, war meine erste Reaktion wirklich: Wie schwer ist die bitte? Wenn man vorher eine kleine Drohne in der Hand hatte und dann so ein System sieht, versteht man erst, wie groß die Spannweite inzwischen ist. Das ist schon eher ein Hubschrauber als das, was man sich klassisch unter einer Drohne vorstellt.

Zwei Extreme derselben Technologie

Gerade dieser Vergleich zeigt eindrucksvoll, wie breit sich der Drohnenmarkt mittlerweile entwickelt hat.

Auf der einen Seite stehen ultrakompakte Kameradrohnen für Reisen, Social Media, Film und Fotografie.

Am anderen Ende befinden sich professionelle Systeme für Transport, Industrie, Vermessung, Landwirtschaft oder Rettungseinsätze.

Das grundlegende Prinzip bleibt ähnlich.

Die Anforderungen an Ausbildung, Planung, Sicherheit und Betrieb steigen mit Größe und Einsatzgebiet jedoch erheblich.

Eine Lastendrohne selbst fliegen

Nach der Einführung darf Mossadegh schließlich auch die große Plattform unter Anleitung selbst steuern.

Hamid Mossadegh: Das ist schon unfassbar. Wenn so ein System erst einmal in der Luft steht, wirkt das noch einmal komplett anders. Für mich war der ganze Tag eine völlig neue Welt. Ich bin normalerweise mit außergewöhnlichen Autos an außergewöhnlichen Orten unterwegs. Aber das, was ich hier gesehen und erlebt habe, war etwas vollkommen anderes.

Drohnenführerschein statt einfach losfliegen

Der Tag dient deshalb nicht nur dem Ausprobieren.

Mossadegh und sein Team absolvieren gleichzeitig eine praktische Drohnenschulung.

Ein wichtiger Punkt, denn gerade wer Drohnen regelmäßig für professionelle Medienproduktionen einsetzen möchte, muss sich mit mehr beschäftigen als Kamerabewegungen.

Dazu gehören unter anderem Flugvorbereitung, Sicherheit, Luftraum, Wetter, das eingesetzte Drohnensystem und die jeweils geltenden regulatorischen Anforderungen.

Die Qualität eines professionellen Drohnenvideos beginnt damit lange vor dem Drücken des Aufnahmebuttons.

Warum Wind ein guter Lehrer ist

Während der praktischen Schulung herrscht deutlich spürbarer Wind.

Für einen Anfänger zunächst keine ideale Vorstellung – als Training allerdings durchaus wertvoll.

Mossadegh erlebt direkt, wie stark moderne Flugsteuerungen arbeiten, um einen Copter stabil in Position zu halten.

Vor allem der Vergleich zwischen kleiner Kameradrohne und großer Plattform macht deutlich, wie unterschiedlich sich Drohnensysteme trotz ähnlicher Steuerlogik anfühlen.

Drohnen als Teil eines modernen Film-Setups

Für Content Creator wird die Drohne damit immer stärker zu einem normalen Bestandteil der Produktionsausrüstung.

Früher erforderte eine Luftaufnahme oftmals Hubschrauber, aufwendige Genehmigungen und hohe Produktionsbudgets.

Heute passt ein fliegendes Kamerasystem teilweise in eine kleine Tasche.

In Kombination mit einem stabilisierten Kameragimbal, einer Pocket-Kamera oder einer Actioncam lässt sich damit ein sehr vielseitiges Produktionssetup aufbauen.

Für Automotive-Produktionen bedeutet das beispielsweise:

Eine Kamera zeigt Details.

Ein Gimbal begleitet Personen oder Fahrzeuge.

Eine Actioncam liefert dynamische Perspektiven.

Und die Drohne stellt Fahrzeug, Straße und Landschaft in einen größeren räumlichen Zusammenhang.

Technik allein produziert noch keinen guten Content

Das vielleicht interessanteste Thema des Gesprächs hat deshalb nur indirekt mit Drohnen zu tun.

Mossadegh spricht über seine lange Karriere in den Medien und die Bedeutung von Authentizität.

Diese Erfahrung lässt sich direkt auf die heutige Content-Produktion übertragen.

Ein hochwertiges Kamerasystem garantiert noch kein gutes Video.

Eine teure Drohne ebenfalls nicht.

Entscheidend ist, ob die Technik dazu eingesetzt wird, etwas zu erzählen.

Zwischen spektakulär und sinnvoll

Gerade Drohnenaufnahmen laufen Gefahr, nur deshalb eingesetzt zu werden, weil sie spektakulär aussehen.

Ein guter Luftbild-Shot sollte jedoch eine Funktion erfüllen.

Er kann eine Location etablieren.

Er kann Größenverhältnisse zeigen.

Er kann Bewegung sichtbar machen.

Oder er kann einen Übergang zwischen Szenen schaffen.

Die stärkste Drohnenaufnahme ist deshalb nicht zwangsläufig die technisch schwierigste – sondern diejenige, die innerhalb einer Geschichte funktioniert.

Hamid Mossadegh: „Jetzt bin ich ready, Content zu produzieren“

Nach Theorie, Praxisflug und dem Ausflug in die Welt großer Lastendrohnen fällt das Fazit eindeutig aus.

Hamid Mossadegh: Für mich war das einfach ein krasser Tag.

Ich bin viel unterwegs, sehe außergewöhnliche Fahrzeuge und außergewöhnliche Orte.

Aber das war eine ganz andere Welt.

Ich freue mich jetzt darauf, mit der Drohne selbst Content zu produzieren.

Vom Zuschauer zum Piloten

Hamid Mossadegh kam als jemand, der Drohnenbilder kannte und schätzte.

Er ging als jemand, der erstmals selbst erlebt hat, was hinter diesen Bildern steckt.

Genau darin liegt eine interessante Entwicklung der heutigen Film- und Fotowelt.

Drohnenkameras werden zugänglicher, kleiner und leistungsfähiger. Gleichzeitig bleibt professionelles Arbeiten anspruchsvoll.

Denn starke Luftbilder entstehen aus einer Kombination von Technik, Flugerfahrung, Bildgestaltung, Sicherheit und Storytelling.

Für Fotografen, Filmemacher und Content Creator ist die Drohne deshalb längst mehr als nur ein technisches Spielzeug.

Sie ist eine zusätzliche Kamera – nur eben eine, die fliegen kann.

Über Hamid Mossadegh

Hamid Mossadegh ist seit vielen Jahren in der deutschen Medien- und Automobilwelt präsent und insbesondere durch Inhalte rund um exklusive Fahrzeuge bekannt.

Film, Foto und professionelle Content-Produktion gehören dabei seit Jahren zu seinem Arbeitsumfeld. Neben klassischer Produktionstechnik nutzt sein Umfeld unter anderem DJI-Kamerasysteme, Gimbals und zunehmend auch Drohnentechnik.

Im Rahmen seines Besuchs absolvierte Mossadegh seine ersten praktischen Drohnenflüge und beschäftigte sich mit den Grundlagen des sicheren und professionellen Drohnenbetriebs.

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