Agrardrohnen als Business: So funktioniert das Geschäft mit Drohnen in der Landwirtschaft

Agrardrohnen entwickeln sich von einer technischen Nischenlösung zu einem interessanten Werkzeug für moderne Landwirtschaftsbetriebe. Besonders dort, wo große Maschinen nur schwer eingesetzt werden können oder eine punktgenaue Bearbeitung gefragt ist, können unbemannte Fluggeräte einen praktischen Mehrwert bieten.

Doch wie interessant ist eine Agrardrohne tatsächlich als Geschäftsmodell? Lässt sich damit ein eigenes Unternehmen aufbauen? Welche Leistungen können angeboten werden, welche Ausstattung wird benötigt und wo liegen die rechtlichen Grenzen?

Die Antwort ist differenzierter, als es viele Werbeversprechen vermuten lassen. Eine professionelle Agrardrohne ist nicht einfach ein fliegender Sprühroboter, mit dem sich ohne weitere Voraussetzungen Geld verdienen lässt. Hinter einem erfolgreichen Agrardrohnen-Business stehen Technik, Fachwissen, Logistik, Genehmigungen, Kundenakquise und eine realistische Kalkulation.

Dieser Artikel zeigt, worauf es beim Einstieg ankommt und welche Möglichkeiten der Markt für professionelle Agrardrohnen-Dienstleister bietet.

Was sind Agrardrohnen überhaupt?

Unter einer Agrardrohne versteht man ein unbemanntes Luftfahrzeug, das gezielt für Anwendungen in der Landwirtschaft eingesetzt wird.

Dabei reicht das Spektrum von relativ kleinen Drohnen für die Beobachtung von Flächen bis hin zu großen Multicoptern, die mit Kameras, Sensoren oder Tanks ausgestattet werden können.

Je nach System können Agrardrohnen beispielsweise eingesetzt werden für:

  • die Kontrolle landwirtschaftlicher Flächen
  • die Dokumentation von Pflanzenbeständen
  • die Aufnahme von Luftbildern
  • die Erkennung von Auffälligkeiten in Kulturen
  • die Ausbringung bestimmter zugelassener Mittel
  • Anwendungen im Wein- und Obstbau
  • die Bearbeitung schwer zugänglicher Flächen
  • die Unterstützung bei der Bestandskontrolle

Damit wird deutlich: Das eigentliche Geschäftsmodell muss nicht zwangsläufig aus dem Ausbringen von Flüssigkeiten bestehen.

Gerade Dienstleistungen rund um Datenerfassung, Dokumentation und Spezialanwendungen können für einen Agrardrohnen-Dienstleister interessant sein.

Warum Agrardrohnen für die Landwirtschaft interessant sind

Landwirtschaftliche Flächen sind nicht überall mit klassischen Maschinen gleichermaßen gut erreichbar.

Besonders schwierig können beispielsweise steile Weinberge, nasse Flächen oder schwer zugängliche Parzellen sein. Dort kann eine Drohne Vorteile bieten, weil sie den Boden nicht direkt befährt.

Auch bei der Beobachtung von Pflanzenbeständen kann die Perspektive aus der Luft zusätzliche Informationen liefern. Mit geeigneten Kameras lassen sich beispielsweise große Flächen systematisch erfassen.

Der entscheidende Punkt lautet deshalb nicht:

„Was kann die Drohne?“

Viel wichtiger ist:

„Welches konkrete Problem des Kunden löst die Drohne?“

Genau hier entsteht das eigentliche Geschäftsmodell.

Ein Landwirt kauft schließlich nicht unbedingt Flugzeit. Er bezahlt für eine Dienstleistung, die ihm Arbeit abnimmt, Informationen liefert oder eine bestimmte Anwendung überhaupt erst ermöglicht.

Agrardrohnen als Dienstleistung statt als Spielzeug

Wer mit Agrardrohnen Geld verdienen möchte, sollte zwischen privater Drohnennutzung und professionellem Dienstleistungsbetrieb unterscheiden.

Eine professionelle Drohne ist Bestandteil einer kompletten Prozesskette.

Dazu gehören unter anderem:

  1. Kundenanfrage
  2. Flächenplanung
  3. Prüfung der Einsatzbedingungen
  4. Vorbereitung der Drohne
  5. Durchführung des Fluges
  6. Datenerfassung beziehungsweise Anwendung
  7. Dokumentation
  8. Auswertung
  9. Nachbereitung
  10. Abrechnung

Je nach Auftrag können noch weitere Schritte hinzukommen.

Das bedeutet auch: Die Drohne selbst ist nur ein Teil der Investition.

Wer ausschließlich den Kaufpreis des Fluggeräts betrachtet, unterschätzt schnell die tatsächlichen Betriebskosten.

Welche Leistungen lassen sich anbieten?

Ein Agrardrohnen-Unternehmen kann unterschiedliche Dienstleistungen miteinander kombinieren.

1. Flächenüberwachung und Dokumentation

Eine vergleichsweise naheliegende Anwendung ist die Aufnahme landwirtschaftlicher Flächen aus der Luft.

Dabei können beispielsweise Bilder zur Dokumentation von:

  • Pflanzenbeständen
  • Schäden
  • Bewässerungsproblemen
  • Wildschäden
  • Unregelmäßigkeiten
  • schwer zugänglichen Bereichen

erstellt werden.

Der Mehrwert entsteht insbesondere dann, wenn die Aufnahmen systematisch ausgewertet und mit anderen Informationen kombiniert werden.

Eine einfache Luftaufnahme ist daher nicht automatisch eine hochwertige Agrardienstleistung.

2. Spezialanwendungen im Weinbau

Der Weinbau gehört zu den Bereichen, in denen Drohnen aufgrund der besonderen Geländesituation interessant sein können.

Steillagen stellen klassische Landtechnik vor besondere Herausforderungen. Maschinen können dort nur eingeschränkt oder mit erheblichem Aufwand eingesetzt werden.

Für bestimmte Anwendungen können Agrardrohnen deshalb eine zusätzliche Option darstellen.

Bei der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln ist allerdings besondere Vorsicht erforderlich. Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit veröffentlicht eine Liste der Pflanzenschutzmittel, die grundsätzlich für Anwendungen mit unbemannten Luftfahrzeugen zugelassen sind. Die entsprechenden Genehmigungen sind mit konkreten Anwendungsbestimmungen verbunden. Zusätzlich ist eine Genehmigung der zuständigen Landesbehörde erforderlich; luftfahrtrechtliche Vorschriften bleiben ebenfalls bestehen.

Das zeigt: Gerade in diesem Bereich sollte ein Anbieter niemals mit pauschalen Aussagen wie „mit jeder Agrardrohne darf gespritzt werden“ arbeiten.

3. Arbeiten auf schwer zugänglichen Flächen

Neben Weinbergen können auch andere schwer erreichbare Flächen interessant sein.

Der wirtschaftliche Vorteil entsteht dabei vor allem dann, wenn der Einsatz einer Drohne gegenüber konventionellen Verfahren einen konkreten logistischen Vorteil bietet.

Je schwieriger die Fläche mit normaler Technik zu bearbeiten ist, desto wichtiger werden allerdings eine genaue Einsatzplanung und eine professionelle Risikobewertung.

Was braucht man für ein professionelles Agrardrohnen-Business?

Die Anschaffung der Drohne ist nur der Anfang.

Ein professioneller Dienstleister benötigt abhängig vom Geschäftsmodell unter anderem:

Agrardrohne

Das Fluggerät sollte zur geplanten Anwendung passen. Eine reine Kameradrohne hat andere Anforderungen als ein System, das für spezielle landwirtschaftliche Anwendungen entwickelt wurde.

Akkus und Ladeinfrastruktur

Professionelle Einsätze benötigen ausreichend Akkukapazität.

Mehrere Akkus können notwendig sein, damit zwischen einzelnen Einsätzen nicht ständig lange Ladezeiten entstehen.

Auch Transport und Energieversorgung müssen berücksichtigt werden.

Ersatzteile

Propeller, Motoren, Pumpen, Leitungen, Düsen oder andere Komponenten können im täglichen Betrieb Verschleiß unterliegen.

Ein Ausfall während eines zeitkritischen Einsatzes kann schnell teuer werden.

Software

Je nach Dienstleistung können Programme für:

  • Flugplanung
  • Kartierung
  • Bildauswertung
  • Flächenberechnung
  • Dokumentation

erforderlich sein.

Transport

Eine große Agrardrohne benötigt eine geeignete Transportlösung.

Je nach System kommen Transportkoffer, Anhänger oder spezielle Fahrzeuge infrage.

Versicherung

Auch die Absicherung des gewerblichen Drohnenbetriebs sollte von Anfang an Bestandteil der Planung sein.

Fachwissen

Das vielleicht wichtigste „Equipment“ lässt sich nicht kaufen: Erfahrung.

Ein professioneller Drohnenpilot muss nicht nur wissen, wie man ein Fluggerät steuert. Er muss auch Wetter, Gelände, Technik, Sicherheitsrisiken und die jeweiligen rechtlichen Anforderungen berücksichtigen können.

Die rechtliche Seite: Was muss ein Agrardrohnen-Dienstleister beachten?

Dieser Punkt wird beim Einstieg häufig unterschätzt.

Der Betrieb einer Drohne unterliegt in Europa und Deutschland verschiedenen luftfahrtrechtlichen Vorgaben. Welche Anforderungen konkret gelten, hängt unter anderem vom Fluggerät, dessen Eigenschaften, dem Einsatzgebiet und der geplanten Betriebsweise ab.

Das Luftfahrt-Bundesamt stellt entsprechende Informationen und behördliche Strukturen für den Drohnenbetrieb bereit.

Für gewerbliche Anbieter ist deshalb eine saubere Vorbereitung entscheidend.

Besonders wichtig ist die Unterscheidung zwischen dem normalen Drohnenbetrieb und speziellen Anwendungen.

Pflanzenschutz ist ein Sonderfall

Wer mit einer Agrardrohne Pflanzenschutzmittel ausbringen möchte, muss deutlich mehr berücksichtigen als bei einem reinen Kameraflug.

Das BVL weist darauf hin, dass die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln mit Luftfahrzeugen eine zusätzliche Genehmigung der zuständigen Landesbehörde erfordert. Darüber hinaus gelten die jeweiligen Anwendungsbestimmungen des zugelassenen Pflanzenschutzmittels.

Die aktuell veröffentlichte BVL-Liste zeigt zudem, dass die Zulassungen an konkrete Kulturen, Anwendungszwecke, Entwicklungsstadien, Aufwandmengen und weitere Bedingungen geknüpft sein können.

Für einen Dienstleister bedeutet das:

Erst die rechtlichen Voraussetzungen klären, dann das Geschäftsmodell aufbauen.

Nicht umgekehrt.

Wie verdient ein Agrardrohnen-Dienstleister Geld?

Das Geschäftsmodell kann grundsätzlich auf verschiedenen Abrechnungsmodellen basieren.

Abrechnung pro Hektar

Bei flächenbezogenen Dienstleistungen liegt eine Abrechnung pro Hektar nahe.

Der Vorteil: Kunde und Dienstleister können relativ einfach kalkulieren.

Allerdings sollte der Preis nicht ausschließlich anhand der Flugzeit festgelegt werden.

Zum Aufwand gehören beispielsweise:

  • Anfahrt
  • Aufbau
  • Flugplanung
  • Flugzeit
  • Akkuwechsel
  • Nachbereitung
  • Dokumentation
  • Wartung
  • Versicherung
  • Personal
  • Software
  • Verwaltung

Ein Auftrag über wenige Hektar kann deshalb wirtschaftlich ganz anders aussehen als ein großer, zusammenhängender Auftrag.

Abrechnung nach Einsatzzeit

Bei speziellen Aufgaben kann auch die tatsächlich benötigte Einsatzzeit als Grundlage dienen.

Dieses Modell kann sinnvoll sein, wenn die Flächengröße nicht der entscheidende Faktor ist.

Pauschalpreise

Für wiederkehrende Dienstleistungen können Paketpreise interessant sein.

Beispielsweise könnte ein Anbieter mehrere Kontrollflüge während einer Saison bündeln.

Das schafft planbarere Umsätze und erleichtert die Kundenbindung.

Die wichtigste Kennzahl ist nicht der Umsatz

Ein häufiger Fehler bei neuen Geschäftsmodellen ist die Konzentration auf den möglichen Umsatz.

Angenommen, ein Dienstleister erzielt mit einem Auftrag einen bestimmten Umsatz pro Hektar. Daraus lässt sich noch nicht ableiten, wie profitabel der Auftrag ist.

Entscheidend ist der Deckungsbeitrag nach den tatsächlich entstehenden Kosten.

Eine einfache Kalkulation sollte deshalb mindestens folgende Positionen enthalten:

Umsatz

minus

  • Personal
  • Fahrtkosten
  • Energie
  • Wartung
  • Verschleiß
  • Versicherung
  • Software
  • Verwaltung
  • Finanzierung beziehungsweise Abschreibung
  • mögliche Genehmigungs- und Schulungskosten

=

verbleibender Deckungsbeitrag

Erst diese Zahl zeigt, ob sich ein Auftrag tatsächlich lohnt.

Das unterschätzte Problem: Saisonabhängigkeit

Ein Agrardrohnen-Business kann stark von saisonalen Schwankungen geprägt sein.

Viele landwirtschaftliche Anwendungen konzentrieren sich auf bestimmte Zeiträume im Jahr.

Das bedeutet: Eine Drohne kann während einer Saison sehr stark ausgelastet sein und anschließend deutlich weniger eingesetzt werden.

Für einen professionellen Dienstleister stellt sich deshalb eine zentrale Frage:

Wie lässt sich die Auslastung außerhalb der Hauptsaison erhöhen?

Eine Möglichkeit besteht darin, mehrere Dienstleistungen anzubieten.

Zum Beispiel können neben saisonalen Agraranwendungen auch andere gewerbliche Drohnenleistungen angeboten werden.

Dazu gehören je nach Qualifikation und rechtlichen Voraussetzungen beispielsweise:

  • Inspektionen
  • Dokumentationsflüge
  • Luftbildaufnahmen
  • Kartierung
  • technische Bestandsaufnahmen
  • Baustellendokumentation

Damit wird aus einem reinen Saisonprodukt ein breiter aufgestelltes Drohnenunternehmen.

Warum die Kundenakquise entscheidender ist als die Drohne

Die beste Technik erzeugt noch keinen Umsatz.

Ein Agrardrohnen-Dienstleister benötigt Kunden.

Dabei sind persönliche Kontakte in der Landwirtschaft besonders relevant. Kooperationen mit landwirtschaftlichen Betrieben, Winzern, Lohnunternehmen, Beratungsstellen oder anderen Dienstleistern können beim Aufbau eines Kundenstamms wichtiger sein als teure Werbung.

Ein überzeugendes Angebot sollte deshalb nicht nur die technischen Daten der Drohne nennen.

Viel interessanter für den Kunden sind Fragen wie:

  • Welche Arbeit wird übernommen?
  • Wie schnell kann ein Einsatz erfolgen?
  • Welche Flächen können bearbeitet werden?
  • Welche Dokumentation wird geliefert?
  • Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein?
  • Welche Kosten entstehen?
  • Welche Vorteile entstehen gegenüber der bisherigen Methode?

Der Kunde kauft letztlich keine Drohne.

Er kauft eine Lösung für ein konkretes Problem.

Agrardrohnen: Hohe Investition oder Einstieg mit überschaubarem Risiko?

Wie viel Kapital notwendig ist, hängt stark vom Geschäftsmodell ab.

Wer lediglich Luftbilder für landwirtschaftliche Betriebe erstellen möchte, benötigt eine andere Ausstattung als ein Unternehmen, das mit einer großen Sprühdrohne spezielle Anwendungen anbieten will.

Neben dem Fluggerät müssen außerdem Akkus, Ladegeräte, Transportmöglichkeiten, Software, Versicherung, Ersatzteile und gegebenenfalls weitere Ausrüstung berücksichtigt werden.

Hinzu kommen Schulungen und die eigene Arbeitszeit.

Eine sinnvolle Investitionsplanung sollte deshalb nicht nur die Frage beantworten:

„Was kostet die Drohne?“

Sondern:

„Wie viele bezahlte Einsätze brauche ich, damit sich die gesamte Investition trägt?“

Dafür kann eine einfache Break-even-Rechnung erstellt werden.

Beispiel:

Gesamte Anfangsinvestition: 30.000 Euro

Durchschnittlicher Deckungsbeitrag pro Auftrag: 500 Euro

Dann wären rechnerisch 60 entsprechende Aufträge notwendig, um diesen Investitionsbetrag über den Deckungsbeitrag zu erwirtschaften.

In der Realität kommen natürlich weitere Faktoren hinzu. Finanzierung, Steuern, laufende Kosten, Ausfallzeiten und Ersatzinvestitionen müssen ebenfalls berücksichtigt werden.

Das Beispiel zeigt aber, warum eine realistische Kalkulation wichtiger ist als hohe theoretische Umsatzversprechen.

Was erfolgreiche Anbieter anders betrachten

Ein professionelles Agrardrohnen-Unternehmen denkt nicht primär in Flugminuten.

Es denkt in Prozessen.

Das beginnt bei der Anfrage des Kunden und endet erst mit der Dokumentation und Abrechnung.

Ein effizienter Ablauf kann beispielsweise so aussehen:

Kundenanfrage → Flächenprüfung → Angebot → Einsatzplanung → Flug → Dokumentation → Auswertung → Rechnung

Je besser dieser Prozess funktioniert, desto mehr Aufträge können mit der vorhandenen Technik abgewickelt werden.

Das wiederum beeinflusst unmittelbar die Wirtschaftlichkeit.

Deshalb kann Prozessoptimierung langfristig wichtiger sein als der Kauf einer noch leistungsfähigeren Drohne.

Welche Fehler sollten Gründer vermeiden?

Fehler 1: Zu früh teure Technik kaufen

Eine große Drohne ist keine Garantie für einen großen Kundenstamm.

Besser ist es, zunächst zu prüfen, welche konkrete Nachfrage in der eigenen Region existiert.

Fehler 2: Rechtliche Anforderungen unterschätzen

Besonders bei Anwendungen mit Pflanzenschutzmitteln gelten zusätzliche Anforderungen. Hier sollte nicht mit Annahmen gearbeitet werden. Die jeweils zuständigen Behörden und die aktuellen Vorgaben müssen geprüft werden.

Fehler 3: Nur eine Dienstleistung anbieten

Eine starke Abhängigkeit von einer einzigen Anwendung kann problematisch werden, wenn die Nachfrage saisonal schwankt.

Fehler 4: Anfahrt und Nebenzeiten vergessen

Ein Auftrag von wenigen Hektar kann trotz eines attraktiven Preises unprofitabel werden, wenn mehrere Stunden für Anfahrt, Aufbau und Nachbereitung entstehen.

Fehler 5: Nur über Technik sprechen

Kunden interessieren sich selten ausschließlich für Reichweite, Kamerasensoren oder Tankvolumen.

Sie wollen wissen, welches Problem gelöst wird.

Lohnt sich ein Agrardrohnen-Business?

Diese Frage lässt sich nicht pauschal mit einer bestimmten Umsatz- oder Gewinnzahl beantworten.

Das Geschäftsmodell kann interessant sein, wenn mehrere Voraussetzungen zusammenkommen:

  • Es gibt in der Region einen tatsächlichen Bedarf.
  • Die angebotene Dienstleistung löst ein konkretes Problem.
  • Die rechtlichen Voraussetzungen sind erfüllt.
  • Die Technik passt zum Einsatzzweck.
  • Die Auslastung ist ausreichend.
  • Anfahrt und Personal werden korrekt kalkuliert.
  • Saisonale Schwankungen werden berücksichtigt.
  • Es existiert ein belastbares Vertriebskonzept.

Besonders interessant kann die Kombination verschiedener Dienstleistungen sein.

Ein Unternehmen, das ausschließlich auf wenige saisonale Agraraufträge angewiesen ist, hat eine andere wirtschaftliche Ausgangslage als ein Anbieter, der seine Drohnen auch außerhalb der Landwirtschaft einsetzen kann.

Fazit: Die Drohne ist nur das Werkzeug

Agrardrohnen eröffnen neue Möglichkeiten für landwirtschaftliche Dienstleistungen. Gerade bei schwer zugänglichen Flächen und spezialisierten Anwendungen können sie gegenüber klassischen Verfahren interessante Vorteile bieten.

Doch der wirtschaftliche Erfolg entsteht nicht allein durch die Technik.

Entscheidend sind ein klar definiertes Leistungsangebot, ausreichend Kunden, effiziente Abläufe und eine realistische Kostenrechnung.

Wer ein Agrardrohnen-Business aufbauen möchte, sollte deshalb nicht mit dem Kauf einer Drohne beginnen.

Der sinnvollere erste Schritt ist die Entwicklung eines Geschäftsmodells:

Welche Kunden gibt es in meiner Region?

Welches Problem kann ich für sie lösen?

Welche Leistungen darf und kann ich anbieten?

Was kostet mich ein Einsatz tatsächlich?

Wie viele Aufträge brauche ich für eine wirtschaftliche Auslastung?

Erst wenn diese Fragen beantwortet sind, lässt sich entscheiden, welche Drohne und welche zusätzliche Ausstattung tatsächlich benötigt werden.

Gerade die rechtliche Seite sollte dabei von Beginn an eingeplant werden. Für Pflanzenschutzanwendungen gelten in Deutschland besondere Anforderungen; das BVL veröffentlicht hierfür aktuelle Informationen zu zugelassenen Mitteln und weist auf zusätzliche Genehmigungen der zuständigen Landesbehörden hin.

Damit wird aus einer technisch spannenden Idee ein belastbares Geschäftsmodell: Nicht die Drohne selbst steht im Mittelpunkt, sondern die Dienstleistung, die mit ihr erbracht wird.

Neueste Artikel

spot_imgspot_img

Ähnliche Artikel

spot_imgspot_img