Fensterreinigung mit Drohnen: Glasfassaden effizient aus der Luft reinigen

Hohe Glasfassaden, große Fensterflächen und schwer zugängliche Gebäudebereiche stellen klassische Reinigungsverfahren vor besondere Herausforderungen. Gerüste, Hubarbeitsbühnen oder Klettertechnik können erforderlich sein und verursachen zusätzlichen Zeit- und Kostenaufwand.

Reinigungsdrohnen verfolgen einen anderen Ansatz: Sie bringen die Reinigungstechnik direkt zur Oberfläche und ermöglichen dadurch die Bearbeitung schwer erreichbarer Flächen aus der Luft.

Doch wie funktioniert das eigentlich? Kann eine Drohne tatsächlich Fenster reinigen und welche Technik steckt dahinter?

Wie funktioniert Fensterputzen mit einer Drohne?

Bei einer professionellen Reinigungsdrohne handelt es sich nicht um eine gewöhnliche Kameradrohne. Das Fluggerät wird mit einem speziellen Reinigungssystem kombiniert.

Ein Beispiel dafür ist die DJI Matrice 400, die mit einer Reinigungslanze und einem Versorgungsschlauch ausgestattet werden kann.

Das Wasser wird dabei nicht von der Drohne selbst transportiert. Stattdessen erfolgt die Versorgung vom Boden aus. Über einen Schlauch wird Wasser oder eine geeignete Reinigungslösung zur Drohne geführt.

An der Drohne befindet sich eine Lanze mit einer passenden Düse. Der Pilot kann die Drohne vor der zu reinigenden Fläche positionieren und die Oberfläche gezielt bearbeiten.

Dadurch entsteht ein System, bei dem die Drohne im Wesentlichen als fliegende Trägerplattform für die Reinigungstechnik dient.

Vom Boden zur Fassade: So läuft ein Reinigungseinsatz ab

Vor der eigentlichen Reinigung sollte die Fläche zunächst analysiert werden. Dabei spielen unter anderem Material, Verschmutzungsgrad, Höhe und Zugänglichkeit eine Rolle.

Anschließend wird das Reinigungssystem entsprechend vorbereitet.

Ein typischer Ablauf kann folgendermaßen aussehen:

1. Fläche analysieren

Zunächst wird geprüft, welche Oberfläche gereinigt werden soll und welche Art von Verschmutzung vorliegt.

Glas, Metall, Stein, Beton oder andere Fassadenmaterialien können unterschiedliche Anforderungen an Druck, Düse und Reinigungsmittel stellen.

2. Reinigungssystem vorbereiten

Je nach Aufgabe wird die passende Düse beziehungsweise Reinigungslanze ausgewählt.

Durch entsprechende Schnellwechselsysteme kann die Ausrüstung an den jeweiligen Einsatz angepasst werden.

3. Drohne zur Arbeitsposition bringen

Anschließend wird die Drohne vor der zu bearbeitenden Fläche positioniert.

Der Pilot steuert das Fluggerät so, dass der Reinigungsstrahl möglichst kontrolliert auf die Oberfläche trifft.

4. Oberfläche reinigen

Nun wird Wasser oder eine geeignete Reinigungslösung aufgebracht.

Bei stärkeren Verschmutzungen kann zunächst ein Reinigungsmittel eingesetzt werden. Nach der erforderlichen Einwirkzeit kann die Oberfläche anschließend abgespült werden.

5. Ergebnis kontrollieren

Die integrierte Kamera ermöglicht es dem Piloten, den Arbeitsbereich während des Einsatzes zu beobachten.

Verschmutzte Stellen können dadurch erkannt und bei Bedarf nochmals bearbeitet werden.

Warum wird bei Glas häufig Osmosewasser verwendet?

Bei der professionellen Fensterreinigung spielt die Wasserqualität eine wichtige Rolle.

Leitungswasser enthält verschiedene Mineralien und gelöste Stoffe. Wenn Wasser auf einer Glasfläche trocknet, können diese Bestandteile Rückstände hinterlassen.

Eine Osmoseanlage kann einen großen Teil dieser Stoffe aus dem Wasser entfernen. Das Ergebnis ist besonders reines Wasser, das sich für die Reinigung von Glasflächen eignet.

In Verbindung mit einer Reinigungsdrohne kann das Wasser vom Boden aus aufbereitet und anschließend über den Schlauch zur Drohne geführt werden.

Damit muss die Drohne selbst keinen großen Wassertank transportieren.

Reinigung mit Hochdruck

Je nach Oberfläche und Verschmutzung kann zusätzlich mit höherem Wasserdruck gearbeitet werden.

Das entsprechende Reinigungssystem für die DJI Matrice 400 kann beispielsweise mit einem bis zu 40 Meter langen Hochdruckschlauch betrieben werden. Das System ist laut Ausgangsartikel für einen Druck von bis zu 300 bar ausgelegt.

Die maximale Druckleistung ist jedoch nicht automatisch für jede Oberfläche geeignet.

Bei Glas, empfindlichen Fassaden oder älteren Materialien müssen Druck, Abstand, Wassermenge und Düse sorgfältig auf das jeweilige Material abgestimmt werden.

Eine professionelle Drohnenreinigung bedeutet deshalb nicht, einfach mit möglichst hohem Druck auf eine Fassade zu sprühen.

Welche Verschmutzungen lassen sich entfernen?

Je nach Oberfläche und gewähltem Reinigungsverfahren können unterschiedliche Verschmutzungen behandelt werden.

Dazu gehören beispielsweise:

  • Staub und allgemeiner Umweltschmutz
  • Pollen
  • Ablagerungen
  • organische Verschmutzungen
  • Algen und Moos auf geeigneten Oberflächen
  • Verschmutzungen an Fassaden und Dächern

Bei hartnäckigen Ablagerungen kann die Oberfläche zunächst mit einem geeigneten Mittel behandelt werden.

Anschließend wird der gelöste Schmutz mit Wasser entfernt.

Dadurch lässt sich das Prinzip der Drohnenreinigung auf wesentlich mehr als nur klassische Fensterflächen übertragen.

Wie hoch können Reinigungsdrohnen arbeiten?

Einer der größten Vorteile liegt in der Möglichkeit, hoch gelegene Flächen direkt anzufliegen.

Mit einem entsprechenden Reinigungssystem sind laut dem Ausgangsartikel Arbeitshöhen von bis zu etwa 40 Metern möglich.

Damit kann die Technologie insbesondere bei mehrstöckigen Gebäuden, Gewerbeobjekten und großen Glasfassaden interessant werden.

Die konkrete Einsatzhöhe hängt selbstverständlich von der verwendeten Technik, den örtlichen Gegebenheiten und den geltenden Betriebsbedingungen ab.

Bis zu 500 Quadratmeter pro Stunde?

Auch die mögliche Flächenleistung macht Reinigungsdrohnen interessant.

Für professionelle Systeme wird unter geeigneten Bedingungen eine Leistung von bis zu 500 Quadratmetern pro Stunde angegeben.

Dieser Wert sollte jedoch nicht als pauschale Reinigungsgeschwindigkeit verstanden werden.

Wie schnell eine Fläche tatsächlich bearbeitet werden kann, hängt beispielsweise davon ab:

  • wie stark die Oberfläche verschmutzt ist,
  • wie gleichmäßig die Fläche aufgebaut ist,
  • welches Material gereinigt wird,
  • welche Düse verwendet wird,
  • ob eine Vorbehandlung notwendig ist,
  • wie hoch das Gebäude ist,
  • und welche Wetterbedingungen herrschen.

Eine große, gleichmäßige Glasfassade lässt sich entsprechend anders bearbeiten als eine verwinkelte oder stark verschmutzte Oberfläche.

Welche Vorteile hat die Reinigung aus der Luft?

Der größte Vorteil zeigt sich bei Gebäuden, bei denen der Zugang zur Fassade schwierig ist.

Klassische Reinigungsverfahren können zusätzliche Infrastruktur erforderlich machen. Dazu zählen beispielsweise Gerüste, Hubarbeitsbühnen oder persönliche Schutzausrüstung für Arbeiten in der Höhe.

Eine Reinigungsdrohne kann die benötigte Reinigungstechnik dagegen direkt zur Oberfläche bringen.

Daraus können sich verschiedene Vorteile ergeben:

Weniger Zugangstechnik

Je nach Gebäude kann auf Gerüste oder Hubarbeitsbühnen teilweise verzichtet werden.

Schwer erreichbare Bereiche bearbeiten

Auch hoch gelegene oder schlecht zugängliche Flächen können aus der Luft erreicht werden.

Geringerer organisatorischer Aufwand

Wenn weniger zusätzliche Zugangstechnik benötigt wird, kann sich auch die Vorbereitung eines Reinigungseinsatzes vereinfachen.

Flexible Einsatzmöglichkeiten

Durch unterschiedliche Düsen und Reinigungssysteme lässt sich die Technik an verschiedene Oberflächen und Aufgaben anpassen.

Kontrolle während der Reinigung

Die Kamera der Drohne ermöglicht eine direkte Sicht auf den Arbeitsbereich.

Für welche Gebäude lohnt sich eine Reinigungsdrohne?

Die Technologie ist vor allem dann interessant, wenn große Flächen oder schwer zugängliche Bereiche gereinigt werden müssen.

Mögliche Einsatzorte sind beispielsweise:

  • Bürogebäude
  • Hotels
  • Gewerbeimmobilien
  • Industriegebäude
  • Produktionshallen
  • Lagerhallen
  • öffentliche Gebäude
  • mehrstöckige Glasfassaden
  • große Fensterfronten

Bei einem kleinen Wohnhaus dürfte der Einsatz einer professionellen Reinigungsdrohne dagegen häufig wirtschaftlich nicht sinnvoll sein.

Mit zunehmender Gebäudehöhe und Fassadenfläche kann sich das Verhältnis zwischen Aufwand und Nutzen jedoch deutlich verändern.

Nicht nur Fenster: Fassaden, Dächer und Solaranlagen

Eine Reinigungsdrohne ist nicht ausschließlich für Glasflächen interessant.

Mit der passenden Ausrüstung können auch andere Außenflächen bearbeitet werden.

Dazu können beispielsweise gehören:

Fassaden:
Je nach Material lassen sich unter anderem Glas, Metall, Stein, Beton oder Klinker bearbeiten.

Dächer:
Auch geeignete Dachflächen können mit entsprechenden Reinigungsverfahren aus der Luft behandelt werden.

Photovoltaikanlagen:
Große Solaranlagen können ebenfalls ein interessantes Einsatzgebiet darstellen, insbesondere wenn die manuelle Reinigung mit hohem Aufwand verbunden wäre.

Damit kann ein einziges Drohnensystem für unterschiedliche Dienstleistungen eingesetzt werden.

Reinigung ist nicht die einzige Anwendung

Die Drohnentechnik kann je nach Ausstattung nicht nur zur Entfernung von Schmutz eingesetzt werden.

Nach einer Reinigung können beispielsweise auch bestimmte Beschichtungen, Versiegelungen oder Imprägnierungen aufgebracht werden.

Damit lässt sich die Drohne potenziell in einen umfassenderen Prozess der Gebäude- und Fassadenpflege integrieren.

Welche Mittel eingesetzt werden können und wie diese ausgebracht werden müssen, hängt allerdings vom konkreten Produkt und der jeweiligen Oberfläche ab.

Reinigungsdrohne als Ergänzung für Gebäudereiniger

Für professionelle Reinigungsunternehmen kann eine Reinigungsdrohne mehr sein als nur ein neues Arbeitsgerät.

Sie kann zusätzliche Dienstleistungen ermöglichen und bestehende Angebote erweitern.

Statt ausschließlich Fenster oder Fassaden mit klassischen Verfahren zu reinigen, können Unternehmen beispielsweise auch schwer zugängliche Gebäudeabschnitte, Dächer oder Photovoltaikanlagen aus der Luft bearbeiten.

Dabei besteht ein professionelles System aus mehreren Komponenten.

Je nach Einsatz werden unter anderem benötigt:

  • geeignete Reinigungsdrohne
  • Reinigungslanze
  • unterschiedliche Düsen
  • Hochdruckschlauch
  • Hochdruckreiniger
  • gegebenenfalls Osmoseanlage
  • Reinigungsmittel
  • zusätzliche Akkus und Ladeinfrastruktur
  • Schulung und praktische Erfahrung
  • erforderliche Nachweise und Genehmigungen

Die Drohne allein macht deshalb noch keinen professionellen Reinigungsbetrieb aus.

Welche rechtlichen Voraussetzungen gibt es?

Ein professioneller Reinigungsflug unterscheidet sich deutlich vom privaten Drohnenflug.

Neben der eigentlichen Reinigungstechnik müssen auch die luftrechtlichen Anforderungen berücksichtigt werden.

Welche Nachweise, Genehmigungen oder betrieblichen Voraussetzungen erforderlich sind, hängt unter anderem vom verwendeten System und vom konkreten Einsatz ab.

Wer eine Reinigungsdrohne gewerblich betreiben möchte, sollte deshalb vor dem ersten Auftrag sowohl die flugbetrieblichen als auch die arbeitsschutz- und objektspezifischen Anforderungen prüfen.

Eine entsprechende Schulung kann dabei helfen, den sicheren Betrieb der Technik und die Besonderheiten der Anwendung zu erlernen. CopterPro bietet beispielsweise eine eigene Online-Schulung zur Drohnenreinigung an.

Lohnt sich Fensterreinigung mit einer Drohne?

Ob sich der Einsatz wirtschaftlich lohnt, hängt stark vom jeweiligen Objekt ab.

Bei kleinen Fensterflächen ist die klassische Reinigung häufig die einfachere Lösung.

Anders sieht es bei großen Glasfassaden oder schwer erreichbaren Gebäudeteilen aus. Wenn für die konventionelle Reinigung zunächst Gerüste oder Hubarbeitsbühnen organisiert werden müssen, kann die Drohnenlösung einen deutlichen Zeit- und Kostenvorteil bieten.

Besonders interessant wird die Technik, wenn ein Unternehmen regelmäßig ähnliche Objekte bearbeitet und die vorhandene Ausrüstung für verschiedene Dienstleistungen einsetzen kann.

Fazit: Fensterputzen per Drohne funktioniert

Fenster und Glasfassaden lassen sich mit professionell ausgerüsteten Drohnen reinigen. Dabei wird die Drohne nicht mit einem großen Wassertank belastet. Stattdessen wird Wasser oder Reinigungslösung vom Boden aus über einen Schlauch zur Reinigungslanze geführt.

In Kombination mit Hochdrucktechnik und gegebenenfalls einer Osmoseanlage können dadurch auch größere und schwer erreichbare Flächen bearbeitet werden.

Die Technologie eignet sich insbesondere für hohe Gebäude, große Glasfassaden sowie weitere schwer zugängliche Außenflächen. Je nach System sind laut den Angaben zum Ausgangsartikel Arbeitshöhen von bis zu rund 40 Metern und Flächenleistungen von bis zu 500 m² pro Stunde möglich.

Damit sind Reinigungsdrohnen eine interessante Ergänzung für professionelle Gebäudereiniger. Sie ersetzen nicht in jedem Fall die klassische Reinigungstechnik, können aber dort ihre Stärken ausspielen, wo Zugang, Höhe und Flächengröße den herkömmlichen Arbeitsaufwand deutlich erhöhen.

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