Mit der DJI FlyCart 30 und der DJI FlyCart 100 stehen dafür zwei unterschiedliche Systeme zur Verfügung. Beide verfolgen dasselbe Grundprinzip, unterscheiden sich aber deutlich bei der verfügbaren Nutzlast.
Die Frage ist deshalb nicht unbedingt, welche Drohne leistungsfähiger ist, sondern welches Modell besser zum geplanten Einsatz passt.
FlyCart 30 und FlyCart 100 im direkten Vergleich
Der auffälligste Unterschied zwischen beiden Modellen ist die maximale Transportkapazität.
Die FlyCart 30 erreicht mit zwei Akkus eine Nutzlast von bis zu 30 Kilogramm. Wird nur ein Akku verwendet, sind laut den Angaben von DJI bis zu 40 Kilogramm möglich.
Die FlyCart 100 bewegt sich dagegen in einer deutlich höheren Leistungsklasse. Mit zwei Akkus sind bis zu 85 Kilogramm möglich, während bei Verwendung eines Akkus eine maximale Nutzlast von bis zu 100 Kilogramm angegeben wird.
| Eigenschaft | DJI FlyCart 30 | DJI FlyCart 100 |
|---|---|---|
| Nutzlast mit 2 Akkus | bis 30 kg | bis 85 kg |
| Nutzlast mit 1 Akku | bis 40 kg | bis 100 kg |
| Höchstgeschwindigkeit | bis 20 m/s | bis 20 m/s |
| Schutzklasse | IP54 | IP55 |
| Winden-System | optional | optional |
| Typischer Einsatz | leichte bis mittlere Lasten | schwere Transportaufgaben |
Die tatsächliche Leistung im Betrieb hängt unter anderem von Nutzlast, Akkukonfiguration, Wetter, Flughöhe und Abfluggewicht ab. Die Maximalwerte sollten deshalb nicht mit einer unter allen Bedingungen erreichbaren Transportleistung gleichgesetzt werden.
DJI FlyCart 30: Kompakt und vielseitig einsetzbar
Die FlyCart 30 richtet sich vor allem an Anwender, die regelmäßig Material transportieren möchten, aber keine Nutzlasten im Bereich von 80 oder 100 Kilogramm benötigen.
Mit einer Kapazität von bis zu 30 Kilogramm bei zwei Akkus bietet sie ausreichend Reserven für zahlreiche typische Transportaufgaben.
Denkbar sind beispielsweise Einsätze bei:
- Bau- und Montagearbeiten
- Forstarbeiten
- Rettungs- und Hilfseinsätzen
- Versorgung abgelegener Gebäude
- Transport von Werkzeugen
- Materialversorgung in schwierigem Gelände
- Logistik an schwer zugänglichen Einsatzorten
Der entscheidende Vorteil einer Transportdrohne besteht dabei in ihrer Unabhängigkeit vom vorhandenen Wegenetz. Material muss nicht zwingend über Straßen, Forstwege oder unwegsames Gelände zum Ziel gebracht werden.
Stattdessen kann die Fracht auf direktem Weg aus der Luft transportiert werden.
FlyCart 100: Für deutlich höhere Transportgewichte
Wenn regelmäßig mehr als 30 Kilogramm bewegt werden sollen, stößt die FlyCart 30 an ihre Grenzen.
Hier setzt die FlyCart 100 an. Ihre deutlich höhere Nutzlast erweitert das mögliche Einsatzspektrum erheblich.
Bis zu 85 Kilogramm mit zwei Akkus beziehungsweise bis zu 100 Kilogramm mit einem Akku machen sie interessant für Transportaufgaben, bei denen schwere Ausrüstung oder größere Materialmengen bewegt werden müssen.
Damit kann die FlyCart 100 beispielsweise dort interessant werden, wo bisher mehrere einzelne Transporte erforderlich waren.
Einsatz auf Baustellen
Auf Baustellen müssen Materialien häufig an Stellen gelangen, die mit Fahrzeugen nur schwer erreichbar sind. Das gilt beispielsweise für Gebäude in Hanglagen, schwer zugängliche Bereiche oder bestimmte Montageorte.
Eine leistungsstarke Transportdrohne kann solche Materialien direkt an den benötigten Ort bringen.
Je nach Einsatz können dadurch lange Wege und manuelle Transporte reduziert werden.
Materialtransport im Forst
Auch die Forstwirtschaft bietet zahlreiche Einsatzmöglichkeiten.
Werkzeug, Ausrüstung oder Material müssen häufig in Bereiche transportiert werden, die weit von befahrbaren Wegen entfernt liegen. Besonders bei schwierigem Gelände kann der Transport auf dem Boden entsprechend zeitaufwendig sein.
Eine Drohne kann den direkten Luftweg nutzen und dadurch bestimmte Transportaufgaben vereinfachen.
Die höhere Nutzlast der FlyCart 100 macht sie dabei insbesondere für schwerere Ausrüstung interessant.
Feuerwehr und Rettungskräfte
Bei Einsätzen von Feuerwehr, Rettungsdienst und anderen Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben kann ein schneller Materialtransport entscheidend sein.
Unwetter, Überschwemmungen, Waldbrände oder schwer zugängliche Einsatzstellen können den Zugang mit Fahrzeugen erschweren.
Eine Lastendrohne kann in solchen Situationen beispielsweise Ausrüstung oder Versorgungsgüter aus der Luft an einen geeigneten Übergabepunkt bringen.
Dabei steht nicht zwangsläufig die maximale Transportmenge im Vordergrund. Entscheidend kann vielmehr sein, dass Material überhaupt schnell und unabhängig von blockierten Verkehrswegen zum Einsatzort gelangt.
Versorgung abgelegener Orte
Auch die regelmäßige Versorgung schwer erreichbarer Gebiete kann ein interessantes Einsatzfeld sein.
Bei Berghütten oder vergleichbaren abgelegenen Standorten können lange Transportwege entstehen. Eine Drohne kann die Luftlinie nutzen und damit bestimmte Versorgungsaufgaben vereinfachen.
Wie wirtschaftlich ein solcher Einsatz ist, hängt allerdings stark von der Entfernung, dem Transportgewicht und den konkreten Rahmenbedingungen ab.
Die Windenfunktion erweitert die Einsatzmöglichkeiten
Nicht überall kann eine Transportdrohne sicher landen.
Gerade in dicht bewachsenen Gebieten, an Hängen oder an schwer zugänglichen Einsatzstellen kann es sinnvoller sein, die Fracht aus der Luft abzusetzen.
Dafür können sowohl FlyCart 30 als auch FlyCart 100 mit einem Winden-System ausgestattet werden. Die Last hängt dabei an einem Seil und kann kontrolliert zum gewünschten Übergabepunkt abgesenkt werden.
Bei der FlyCart 100 kann eine Winde mit einem bis zu 30 Meter langen Kabel eingesetzt werden.
Dadurch kann die Drohne beispielsweise oberhalb eines Hindernisses schweben, während die Fracht darunter abgesetzt wird.
Das erweitert den möglichen Einsatzbereich deutlich, denn ein geeigneter Landeplatz ist nicht mehr zwingend erforderlich.
Wann reicht die FlyCart 30 aus?
Die größere FlyCart 100 klingt auf den ersten Blick nach der naheliegenden Wahl. Doch eine höhere Nutzlast bedeutet nicht automatisch, dass sie für jeden Anwender die bessere Lösung ist.
Wenn die typischen Transportgüter deutlich unterhalb der maximalen Kapazität der FlyCart 30 liegen, kann das kleinere Modell bereits vollkommen ausreichend sein.
Die FlyCart 30 ist besonders interessant, wenn:
- regelmäßig Lasten im Bereich bis etwa 30 Kilogramm transportiert werden,
- eine vielseitige Transportdrohne gesucht wird,
- unterschiedliche kleinere und mittlere Aufgaben anfallen,
- die Drohne in verschiedenen Einsatzbereichen genutzt werden soll,
- keine besonders hohe Nutzlast benötigt wird.
Wann lohnt sich die FlyCart 100?
Die FlyCart 100 spielt ihre Vorteile vor allem dann aus, wenn höhere Transportgewichte tatsächlich benötigt werden.
Sie ist insbesondere interessant, wenn:
- regelmäßig schwere Lasten bewegt werden,
- 30 Kilogramm Nutzlast nicht ausreichen,
- größere Materialmengen transportiert werden sollen,
- eine hohe Leistungsreserve wichtig ist,
- zukünftige Anwendungen mit höheren Transportgewichten geplant sind.
Wer bereits heute weiß, dass häufig schwere Lasten transportiert werden müssen, sollte deshalb die FlyCart 100 in die engere Auswahl nehmen.
Nicht nur auf die maximale Nutzlast achten
Bei einem Vergleich von Transportdrohnen wird häufig zuerst auf die Kilogrammzahl geschaut. Für die Praxis ist das jedoch nur ein Teil der Entscheidung.
Auch andere Faktoren beeinflussen, welches System für einen konkreten Einsatz geeignet ist.
Dazu gehören beispielsweise:
Transportentfernung:
Wie weit muss die Drohne mit der jeweiligen Ladung fliegen?
Akkukonfiguration:
Welche Akkuvariante wird verwendet und wie beeinflusst sie Nutzlast und Flugleistung?
Abfluggewicht:
Das Gesamtgewicht des Systems inklusive Ladung spielt für den tatsächlichen Betrieb eine wichtige Rolle.
Wetterbedingungen:
Wind, Temperatur und weitere äußere Bedingungen können die erreichbare Flugleistung beeinflussen.
Transportgut:
Nicht jede Fracht lässt sich auf dieselbe Weise aufnehmen und sicher transportieren.
Zielort:
Muss die Drohne landen oder kann die Fracht beispielsweise mit einer Winde abgesetzt werden?
Eine professionelle Auswahl sollte deshalb immer auf dem tatsächlichen Einsatzprofil basieren und nicht ausschließlich auf dem Datenblatt.
FlyCart 30 oder FlyCart 100 – eine einfache Entscheidungshilfe
Vereinfacht lässt sich der Vergleich so zusammenfassen:
FlyCart 30:
Die bessere Wahl für Anwender, die eine flexible Transportlösung für leichte bis mittlere Lasten suchen und mit einer Nutzlast von bis zu 30 Kilogramm bei zwei Akkus auskommen.
FlyCart 100:
Die interessantere Option für professionelle Anwendungen, bei denen regelmäßig deutlich höhere Lasten transportiert werden müssen und eine Kapazität von bis zu 85 beziehungsweise 100 Kilogramm einen konkreten Mehrwert bietet.
Damit entscheidet letztlich der Anwendungsfall darüber, welches Modell sinnvoller ist.
Fazit: Die richtige Lastendrohne hängt vom Einsatz ab
Die DJI FlyCart 30 und die FlyCart 100 richten sich an unterschiedliche Anforderungen.
Die FlyCart 30 bietet eine flexible Lösung für leichte und mittlere Transportaufgaben. Die FlyCart 100 setzt dagegen auf eine deutlich höhere Nutzlast und eröffnet damit Möglichkeiten für schwerere Materialtransporte.
Besonders bei Baustellen, in der Forstwirtschaft, bei Rettungseinsätzen oder an schwer erreichbaren Orten können beide Systeme interessante Vorteile gegenüber einem rein bodengebundenen Transport bieten.
Die maximale Nutzlast sollte bei der Kaufentscheidung jedoch nicht das einzige Kriterium sein. Flugdistanz, Akkukonfiguration, Gelände, Transportgut und die konkrete Einsatzsituation sind ebenso wichtig.
Kurz gesagt: Wer regelmäßig bis etwa 30 Kilogramm transportiert, kann mit der FlyCart 30 bereits eine leistungsfähige Lösung erhalten. Wer dagegen schwere Lasten bewegen möchte und die zusätzliche Kapazität tatsächlich benötigt, findet in der FlyCart 100 die deutlich leistungsstärkere Variante.

